Fantasy-Autor Christopher Paolini im PorträtMit seinen Eragon-Romanen stürmt Paolini die Bestsellerlisten
Christopher Paolini hat sich den Traum erfüllt, als Autor von Fantasy-Romanen zu arbeiten. Seine Eragon-Romane sind weltweit ein Erfolg. Ein Porträt des Autors.
Christopher Paolini (geboren 1983) ist mit seinen Eragon-Romanen einer der derzeit erfolgreichsten Fantasy-Autoren. Sein aktueller Roman „Eragon – Die Weisheit des Feuers“ dürfte eines der am meisten verkauften Bücher des Jahres werden. Der Erfolg von Paolini beruht nicht nur auf seinen Fantasy-Romanen, sondern auch auf seiner eigenen Lebensgeschichte. Die jungen Fans können sich einerseits in der Geschichte mit dem jugendlichen Helden Eragon identifizieren. Doch zum anderen beflügelt Paolinis Beispiel die Phantasie seiner Leser. Wenn ein Autor seines Alters erfolgreich sein kann, warum sollten nicht auch andere junge Schriftsteller den Durchbruch schaffen und ihren Traum vom eigenen Buch verwirklichen? Paolini wächst im US-Bundesstaat Montana aufIn Paradise Valley im ländlichen US-Bundesstaat Montana wächst der 1983 geborene Christopher Paolini auf. Die das Tal umschließenden Berge werden später Vorbild für die Landschaft in seiner Fantasy-Welt Alagaesia, in der Eragon und seine Drachendame Saphira die Völker vor dem bösen Galbatorix retten sollen. Paolinis Eltern entscheiden sich dafür, Christopher und seine jüngere Schwester Angela zu Hause zu unterrichten. In den USA passiert dies häufiger, besonders auf dem Land und besonders in Familien streng gläubiger Christen. Von seiner Mutter Talita lernt Christopher Paolini, an seine eigene Kreativität zu glauben. Schon früh schreibt er Gedichte und Kurzgeschichten. 1998, als 15-Jähriger, beginnt er dann mit der Fantasy-Geschichte, die sein Leben verändern sollte. Vorbild J.R.R. TolkienGanz wie sein Vorbild J.R.R. Tolkien entwirft er eine Fantasy-Welt, bevölkert von magischen Wesen wie Elfen, Zwerge und Drachen. Auf einer Karte hält er alle Details von Alagaesis fest. Paolini entwickelt gar eine eigene Sprache, die sich – auch hier erkennt man Tolkiens Handschrift – an nordischen Sprachen orientiert. Nachdem der Teenager den ersten Teil seiner Geschichte über den jungen Eragon und die Drachendame Saphira abgeschlossen und überarbeitet hat, gibt er sie seinen Eltern zu lesen. Die sind begeistert und so überzeugt von seinem Buch, dass sie sich entscheiden, die Geschichte von Eragon dem Drachenreiter im Selbstverlag herauszubringen. Und sie schicken ihren Sohn nun doch zur Schule. Denn in Schulen und Büchereien stellt er seinen Erstling vor, verkleidet als Eragon, mit Umhang und Schwert. Auf einen Drachen muss er allerdings verzichten. Doch die Mühe macht sich bezahlt, als der Stiefsohn des Autors Carl Hiaasen „Eragon – Das Vermächtnis der Drachenreiter“ in die Hände bekommt. Seinen Vater überzeugt er, es dem Großverleger Alfred A. Knopf anzubieten. Der lässt sich nicht lange bitten und überweist eine halbe Million Dollar an die Paolinis für die Rechte an drei Büchern. Eragon wird ein Bestseller2003 stürmt Eragon 1 weltweit die Bestsellerlisten. Hollywood kauft die Filmrechte und Christopher Paolini hat vor lauter Presse- und Lesereiseterminen kaum noch Zeit für das Schreiben. Doch er hebt nicht ab – dafür sorgen auch die engen Familienbande. In der Klatschpresse ist er nicht zu finden. 2005 erscheint schließlich „Eragon – Der Auftrag des Ältesten“ und bestätigt den Erfolg seines Vorgängers. Dessen Verfilmung kommt 2006 in die Kinos. Trotz aufwändiger Werbekampagne und Stars wie Jeremy Irons und John Malkovich ist „Eragon“ an den Kinokassen nur mäßig erfolgreich. Doch der Erfolg bei den Lesern bleibt. Im Oktober 2008 erscheint „Eragon – Die Weisheit des Feuers“. Mit einer Millionenauflage geht es an den Start und steigt in Deutschland gleich auf Platz 1 der bedeutendsten Bestsellerlisten ein. Paolini plant weitere Fantasy-BücherDer Stil des Jungautors hat sich verändert, seitdem er 1998 mit dem Romanschreiben anfing. Zwischen dem „Vermächtnis der Drachenreiter“ und dem „Auftrag des Ältesten“ ist ein Reifeunterschied bereits festzustellen. Paolini versuchte, komplexer und etwas raffinierter zu erzählen, in dem er etwa neue Handlungsstränge einführte, wie der des Cousins von Eragon. An die virtuose Handlungsführung und Vielschichtigkeit eines George R.R. Martins und seinem „Lied von Eis und Feuer“ kommt Christopher Paolini jedoch noch längst nicht heran. Doch will er die Geschichte ausdehnen, aus der ursprünglich geplanten Trilogie eine Reihe machen. Wie viele Bände es von Eragon noch geben wird, weiß Paolini wahrscheinlich selbst noch nicht. Mindestens auf Band 4 dürfen sich die Fans noch freuen.
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