Markus Heitz im Interview

Der Bestsellerautor über seine Zwerge- und Albae-Reihe sowie Fantasy

09.04.2008 Jörn Käsebier

Markus Heitz stürmt mit seinen Fantasy-Romanen die Bestsellerlisten. Im Interview spricht er über „Die Legenden der Albae", die Zwerge und den Reiz von Fantasy-Literatur

Markus Heitz (geboren 1971) erhielt bereits 2003 für seinen ersten Roman „Schatten über Ulldart“ den Deutschen Phantastik Preis für das beste Debütwerk. Sein Durchbruch als Fantasy-Autor gelang dem in Zweibrücken lebenden Autor mit seinen Büchern über die Zwerge, die das Geborgene Land verteidigen: „Die Zwerge“, „Der Krieg der Zwerge“, „Die Rache der Zwerge“ und „Das Schicksal der Zwerge“. Mit „Gerechter Zorn“ hat er die ebenfalls auf vier Bände angelegte Reihe „Die Legenden der Albae“ begonnen, die viele Geschehnisse der Zwerge-Romane aus anderer Sicht schildert. Mit suite101-Autor Jörn Käsebier führte er zwei Gespräche.

Was fasziniert Sie so an Zwergen und Alben, warum haben Sie über sie geschrieben?

Markus Heitz: Mit den Zwergen konnte ich am meisten anfangen. An ihnen schätze ich den Sinn für Humor und nicht zuletzt, dass sie auch Bier trinken. Ihr Charakter wird sehr gut vom japanischen „Dowafu“ getroffen: zorniger kleiner Mann. Bei den Albae wollte ich zeigen, dass hinter den vermeintlichen Bösewichtern tiefgründige Charaktere stecken und sie nicht einfach erfunden wurden, damit die guten Helden sie niedermetzeln.

Wie werden die „Legenden der Albae“ weitergehen. Wollen Sie die aus der Zwerge-Reihe bekannten Ereignisse alle noch einmal erzählen?

Heitz: Nein, das wäre zu einfach. Der nächste Band wird sich weiter um die Alben Sinthoras und Caphalor drehen, aber auch Ereignisse im Albae-Reich des Jenseitigen Landes enthalten. Buch 3 soll zeitlich gesehen zwischen Zwerge 3 und 4 spielen, also ein wenig mehr über die Schwarze Schlucht enthüllen. Der Abschlussband wird dann zeigen, wie es im Geborgenen und Jenseitigen Land nach dem Ende vom „Schicksal der Zwerge“ weitergeht.

Sie haben in Interviews gesagt, Sie hätten keine literarischen Vorbilder. Gibt es denn einen Autor, der Sie so begeistert hat, dass Sie selber Fantasy-Romane schreiben wollten?

Heitz: Ich habe mich durch das Werk verschiedener Vertreter der Gattung gelesen, Tolkien, Michael Moorcock, so ziemlich alles, was zur klassischen Fantasy gehört. Doch nichts davon hat mich völlig beeindruckt. Beeinflusst hat mich schon eher das Rollenspiel. Dort habe ich verschieden Systeme gespielt und genauso beschränke ich mich als Autor auch nicht auf Fantasy.

Ihr Roman „Die Mächte des Feuers“ spielt in den 1920er Jahren. Sie haben ja Geschichte studiert, sind die 20er eine Lieblingsepoche von Ihnen?

Heitz: Die Weltkriege haben mich nie so interessiert. Doch die 20er reizen mich, weil es eine Übergangszeit ist. Die Feierlaune, gleichzeitig die Unsicherheit, was die Zukunft angeht; es gab einen starken Glauben an Fortschritt und Technik, aber gleichzeitig faszinierte die Menschen das Mysteriöse.

Stört es Sie, dass Fantasy-Literatur oft als Jugendliteratur angesehen wird?

Heitz: Nein, weil es nicht stimmt. Aus den E-Mails meiner Fans weiß ich, dass mein jüngster Leser neun Jahre alt ist und mein ältester 63.

Was reizt Ihrer Meinung nach die Menschen an der Fantasy?

Heitz: Es ist die gleiche Faszination wie bei Märchen: Gut kämpft gegen Böse, und am Ende gewinnt das Gute. Das hat Menschen schon immer in ihren Bann gezogen.

Haben Harry Potter und die Verfilmung des „Herrn der Ringe“ der Fantasy den Massenmarkt geöffnet?

Heitz: Harry Potter sicher nicht, aber die Verfilmung des „Herrn der Ringe“ schon. Die haben eine richtige Welle ausgelöst. Ich glaube, dass liegt daran, dass viele beim Lesen nicht über den sperrigen ersten Band hinaus gekommen sind. Doch der Film hat sie so neugierig gemacht, dass sie auch zu anderen Büchern des Genres gegriffen haben. Derzeit schwappt die Welle der Fantasy etwas zurück. Doch Peter Jackson (Regisseur des „Herrn der Ringe“, A. d. A.) hat bereits die Verfilmung des „Hobbits“ in zwei Teilen angekündigt. Das wird eine neue Welle auslösen, wogegen ich überhaupt nichts habe.

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Bestsellerautor Markus Heitz bei einer Lesung, Jörn Käsebier Bestsellerautor Markus Heitz bei einer Lesung
   

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